Therapie:
Ziel: Mit möglichst geringem Medikamenteneinsatz ein Maximum an Therapieeffizienz zu bewirken. Allerdings läßt sich keineswegs jedes Schmerzgeschehen nur durch die weiter unten angeführten Schmerztherapien behandeln. Die orthopädische Chirurgie hat in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht. Vor allem die endoskopischen Verfahren (Arthroskopie) und die Gelenksersatzoperationen seien hier hervorgehoben. Somit ist es auch unser Ziel zum richtigen Zeitpunkt festzustellen, ob ein konservatives, schmerztherapeutisches Vorgehen indiziert, oder ob ein operativer Eingriff für die Problemlösung vorzuziehen ist.
Die ganzheitliche Betrachtung des Bewegungsapparates ist für uns somit von wesentlicher Bedeutung. Ein Cervikalsyndrom (Schmerzen im Halswirbelsäulenbereich mit Ausstrahlung in den Kopf beziehungsweise in die Schultern) kann auch durch Probleme im Lendenwirbelsäulenbereich (Beckenschiefstand, Wirbelgleiten etc.) mitverursacht werden. Ein Kniegelenksschmerz kann auch ein Ausstrahlungsschmerz von Seiten einer Hüftgelenkserkrankung sein, oder gar das erste Zeichen eines beginnenden Wirbelkörpereinbruchs bei einer schweren Osteoporose. Oft werden Schmerzen nicht dort empfunden wo sie entstehen. Man nennt dies einen "fortgeleiteten Schmerz" (referred pain). Rückenschmerzen im Brustwirbelsäulenbereich können auch das erste Zeichen einer Herzerkrankung (z.B.: Koronare Herzkrankheit) sein. Therapieresistente Beschwerden können aber auch durch chronische Nebenhöhlenentzündungen, durch beherdete Zähne oder durch Belastungen im gynäkologischen Raum mitverursacht werden. Auch statische oder dynamische Überlastungen am Arbeitsplatz oder beim Sport spielen oft eine große Rolle.
Alle diese Zusammenhänge gilt es bei Diagnostik und Therapie zu berücksichtigen.
Unser Therapieangebot:
Folgende Punkte sind alphapetisch geordnet und entsprechen nicht ihrer Wertigkeit:
Akupunktur:
- Alle wesentlichen "reflextherapeutischen" Therapieansätze haben immer schon "Punkte" in betroffenen Schmerzsegmenten behandelt. Schon vor Jahrtausenden. Ein moderner Ausdruck spricht von "Triggerpunkten". Dies sind spezielle Punkte in der Muskulatur die nicht nur diagnostisch von Bedeutung sind, sondern auch - richtig - behandelt eine hervorragende Möglichkeit zur Schmerztherapie darstellen. Fast alle bekannten Triggerpunkte sind übrigens auch in der Akupunktur (nur mit anderer Bezeichnung) bekannt und stimmen somit mit Akupunkturpunkten überein.
- ABER: Nur die Akupunktur erweiterte die primär segmentale Denkweise zu einem ganzheitlichen System. Kernstück dieses Systems sind die sogenannten Akupunkturmeridiane, in denen nach traditioneller chinesischer Ansicht (TCM) die "Lebensenergie" kreist. Auf diesen Meridianen liegen im Unterarm-Hand -, sowie Unterschenkel-Fußbereich die sogenannten "Fernpunkte", mithilfe derer wir Krankheiten deren Ursache fernab von diesen Punkten liegen, oft eindrucksvoll behandeln können. Während noch vor 40 Jahren die Akupunktur als eine mystische in jeder Hinsicht anzuzweifelnde Methode galt, haben eine Vielzahl internationaler wissenschaftlicher Untersuchungen einiges dieser "Mystik" entzaubern können und den neurophysiologischen Nachweis erbracht warum die Akupunktur so wirksam ist.
- Die Meridianverläufe entsprechen im Bereich der Arme und Beine den sogenannten Muskelketten. Funktionell gehören die "Strecker" und "Beuger" zusammen und dieses Zusammenspiel (um es extrem simpel auszudrücken) findet sich auch in den "gekoppelten Meridianen" der Akupunktur wieder. Für viele Phänomene, wie Wärmegefühl entlang der Meridiane, ist neurophysiologisch eine Erklärung ebenfalls einfach.
- Als wesentliches Element der "Schmerztherapie" Akupunktur konnte auch nachgewiesen werden, daß sie zur vermehrten Ausscheidung körpereigener Endorphine führt und weiters das Immunsystem stärkt.
"Arthrosetherapie":
- Dem zunehmenden Verschleiß an den großen Gelenken kann mit speziellen Medikamenten (ursprünglich aus Hahnenkämmen gewonnen, jetzt synthetisch hergestellt) hervorragend der Kampf angesagt werden. Am besten in Kombination mit der TLA (siehe unten) von Bandansätzen und der angrenzenden, meist stark verspannten, Muskulatur. Ergänzend ist Bewegungstraining wichtig. Bei stark zerstörten Gelenken ist jedoch ein operatives Vorgehen vorzuziehen (Gelenksersatz).
Chirotherapie (Manuelle Medizin):
- Die exakte Diagnostik am Bewegungsapparat entsprechend der manuellen Medizin ist für uns unverzichtbar. Ebenso die Mobilisierung und die Manipulationstechniken. (Wenn sie indiziert sind!)
Infiltrationstherapie: In der alten Form wesentlich weniger wirksam als die Weiterentwicklung TLA (siehe unten).
"Ischiastherapie":
- Diese Therapieform gibt es nicht! Im wesentlichen werden Rücken und Ischiasbeschwerden (Hexenschuß) so behandelt wie bei Chirotherapie und TLA bzw. Akupunktur beschrieben. Auch bei diesen Erkrankungen ist die anschließende Physiotherapie wesentlich. Übrigens: 85% aller Bandscheibenvorfälle müssen nicht operiert werden!
Lasertherapie:
- Beschleunigt die Wundheilung, wirkt ebenfalls stärkend auf das Immunsystem. Sehr gut zur Behandlung von Triggerpunkten.
Neuraltherapie und Therapeutische Lokalanästhesie (TLA):
- Bei dieser Methode werden geringe Mengen eines niederprozentigen Lokalanästhetikums genau an jene Stellen injiziert, die bei der vorangegangenen manuellen Untersuchung als mit- bzw. hauptveranwortlich für die Schmerzsymptomatik herausgefunden wurden. Entscheidend ist dabei nicht nur der Ort sondern auch die Tiefe (Muskulatur und deren Ansätze) dieser Strukturen. Wir setzen diese Methode aber nicht nur lokal ein, sondern auch an den entsprechenden Punkten der betroffenen Muskelketten. Damit ist eine wesentliche Verbesserung der Wirksamkeit zu erreichen. (Siehe Akupunktur).
- Vorteil: Mit geringen Mengen des sehr gut verträglichen Lokalanästhetikums kann die sich über das Rückenmark reflektorisch aufgebaute Schmerzspirale wieder "zurückgedreht" werden. Die TLA ist somit kein "Niederspritzen des Schmerzes" sondern hat heilende Wirkung. Einsparung von antirheumatischen Medikamenten (magenunfreundlich) und anderen Schmerzmitteln.
- Nachteil: Eher selten kommt es in der Tiefe zu kleinen Blutergüssen, die zu einer "Reaktion" von 12 bis maximal 48 Stunden führen. Bei kreislauflabilen Patienten kann es - selten - zu Schwindelgefühlen kommen, die normalerweise aber nach wenigen Minuten abklingen.
Osteoporoseberatung:
- Die Osteoporose gewinnt durch das Ansteigen des Lebensalters rasant sowohl diagnostisch als auch therapeutisch an Bedeutung.
Weitere therapeutische Möglichkeiten die wir anbieten:
- Physiotherapie und Einzelheilgymnastik : Wir arbeiten mit zwei hervorragend ausgebildeten Physiotheapeutinnen im Team zusammen.
- Physikotherapie: Interferenz, Laserscanner, Magnetfeld, Moorpackungen, Paraffinpackungen, Schwellstrom, Ultraschall
- Seit 20 Jahren arbeiten wir bestens mit unserem Bandagisten, Herrn Hanusch (Fa.Hanusch 1120 Wien) zusammen. Er ist für die Modelleinlagenversorgung ebenso verantwortlich wie für die Herstellung von Miedern und die Lieferung von Orthesen nach Maß. Vor allem auch Sportler schätzen seine Kompetenz.